Comenius-Projekttreffen in Tschechien 28. bis 31.3. 2006

Gemeinsames Tun verbindet


Was haben tschechische, polnische und deutsche Schüler gemeinsam? Getreu dem Motto des großen Pädagogen des 17. Jahrhunderts, Johann Amos Comenius, „Lernen durch Tun, Anschauung vor sprachlicher Vermittlung“, wanderten sie durch ein Naturschutzgebiet, besichtigten Franzensbad und Karlsbad, ließen sich von einer tschechischen Künstlerin in die Geheimnisse der Glasmalerei einweihen und verzierten in ganz traditioneller Weise typisch tschechische Osterlebkuchen. So geschehen kurz vor Ostern im Rahmen eines Projekts des Comenius-Programms der Europäischen Union, an dem SchülerInnen und LehrerInnen der Waldorfschule Hof, der Realschule Rehau, des Gymnasiums Asch und einer polnischen Schule teilnahmen.

Viele der SchülerInnen und Lehrerinnen kannten sich schon von früheren Begegnungen und freuten sich, diesmal drei Tage lang am Gymnasium in Asch zu Gast sein zu dürfen. Nach den üblichen Begrüßungsreden fand in einer entspannten und lockeren Atmosphäre ein lustiges Begrüßungsspiel statt, bei dem viel gelacht wurde und an dessen Ende fast alle die Vornamen von den fast 40 TeilnehmerInnen auswendig kannten. Jetzt konnte nichts mehr schief gehen, denn die Gastgeberinnen hatten alles perfekt vorbereitet und die Organisation fest im Griff. Ihnen sei an dieser Stelle ein großes Dankeschön ausgesprochen.

Der Ausflug ins Naturschutzgebiet am ersten Tag führte uns in eine wunderschöne unberührte Landschaft mit dutzenden sprudelnder Quellen, die den Anschein erweckten, als koche dort das Wasser. Mutige streckten vorsichtig den Finger hinein und konnten feststellen, dass das Wasser tatsächlich eiskalt war, wie es die Infotafeln am Wegrand behaupteten. Das Sprudeln kommt nämlich von der im Wasser gelösten Kohlensäure. Der Besuch in dem Kleinod Franzensbad mit seinen sorgfältig restaurierten stilvollen Fassaden, die meist in einem leuchtenden Gelb gestrichen sind, rundete diesen Tag ab. Kaum eine der weiblichen Teilnehmerinnen wagte es jedoch, den kleinen Franziskus an einer gewissen Stelle zu berühren, denn, so sagt man, davon würde frau schwanger. Am nächsten Tag wandelten wir unter anderem auch auf den Spuren von Goethe. Auch er stärkte seine Gesundheit mit Hilfe der Heilquellen von Karlsbad. Um diese Quellen ranken sich auch etliche Mythen, so wird einer von ihnen nachgesagt, sie stärke die Manneskraft, eine andere gilt als Test für echte Liebe. Abgesehen von den Kurmöglichkeiten ist Karlsbad auch wegen des fast südlich anmutenden Flairs und der überall anzutreffenden tschechischen Gastfreundschaft eine Reise wert.

Josef Straub