Im Rahmen des Comenius- Projekttreffens der Staatlichen Realschule Rehau als Koordinator, der Freien Waldorfschule Hof und des Gymnasiums Asch bei der gastgebenden polnischen Partnerschule in Myszkow warfen die Schüler der verschiedenen europäischen Schulen buchstäblich alles in einen Topf.. Dreizehn Schüler aus Rehau, Hof und Asch waren gemeinsam mit den begleitenden Lehrern für eine Woche zu ihrer Partnerschule in Polen gereist, um ihre Arbeitsergebnisse des zweiten Projektjahres zum Thema „Ernährung und Esskultur in verschiedenen Regionen Europas“ auszutauschen.
Unter dem Motto „Wir schauen über den Tellerrand“ lernten die Teilnehmer des Comenius-Projektes , das mit EU- Mitteln finanziell unterstützt wird, traditionelle Gerichte und Bräuche der Partnerländer kennen.
Ein Erlebnis der besonderen Art war die gemeinsame Zubereitung eines Gemüseeintopfes mit Speck und Wurst, für den alle Schüler und Schülerinnen fleißig Karotten, rote Beete, Zwiebeln , Kohl und Kartoffeln schneiden mussten. Diese Myszkower Spezialität wurde dann roh in einem riesigen gusseisernen Topf mit zu dem Ausflug in den Krakauer Jura genommen. Während die Jugendlichen und Erwachsenen aus Polen, Tschechien und Deutschland auf einer kleinen Wanderung die herrliche Landschaft erkundeten, wurde der Eintopf auf einer Feuerstelle am Fuße einer der zahlreichen Burgruinen der Region langsam „gebacken“. Als endlich der mit Steinen beschwerte Deckel geöffnet wurde, überzeugte der Duft auch die letzten Skeptiker, und alle genossen das Essen vor der wild-romantischen Burgkulisse mit dem inzwischen aufgegangenen Mond. Bei den angestimmten Tisch- und Trinkliedern stellten die Deutschen fest, dass sie bei ihrem Repertoire den östlichen Nachbarn deutlich unterlegen waren.
Eine Kostprobe des reichen slawischen Volksliedschatzes hatten die Gäste bereits am Morgen beim offiziellen Begrüßungsprogramm des „Gymnazjum Nr. 3“ dargeboten bekommen, zu dem sich auch der Bürgermeister sowie Vertreter der Stadtverwaltung und des Kulturamtes eingefunden hatten. Hier bekam man einen ersten Eindruck polnischer Lebensfreude, denn das Stadtoberhaupt und das Empfangskomitee ließen es sich nicht nehmen, gemeinsam mit den Gästen zu den Liedern kräftig zu klatschen und zu schunkeln.
Die für das Comeniusprojekt verantwortliche Lehrerin hatte ein vielfältiges und interessantes Programm für die Besucher zusammengestellt. Bei der Besichtigung des Erzbergwerks in Tarnowskie Gòry lernte man viel über den Bergbau und die geologischen Verhältnisse Oberschlesiens. Im Brotmuseum von Radzionkòw durften Lehrer und Schüler ein eigenes Brot formen, das sie nach der Führung frisch gebacken als Wegzehrung mitnahmen.
Höhepunkt und Abschluss des Aufenthalts war die mehrstündige Stadführung durch die ehemalige polnische Hauptstadt Krakau. Bei herrlichem Frühlingswetter bewunderte die Gruppe den Burgberg Wawel, die alte Universität, die Marienkirche mit dem berühmten Altar von Veit Stoß, die Tuchhallen am Markt und die mächtigen Befestigungsanlagen um die Altstadt. Anschließend blieb noch genügend Zeit, um durch die alten Straßen zu bummeln und den südlichen Charme der Stadt zu genießen, die sich gerade für ihr 750. Jubiläum im Jahr 2007 herausputzt ein Grund von vielen, bald wieder nach Polen zu fahren.
Bei der herzlichen Verabschiedung von den Lehrern und den polnischen Gastfamilien wurde dies endgültig zum festen Vorsatz.