Am vorletzten Tag der Comenius-Woche stand nach den gemeinsamen Ausflügen die Planung eines „internationalen“ Jugendkochbuchs auf dem Programm. Das Ziel war eine Rezeptsammlung mit Gerichten aus Polen, Tschechien, Frankreich und Deutschland, um jungen Leuten Spaß am Kochen zu vermitteln und zu einem gesunden Ernährungsbewusstsein zu führen. Die Idee, ein Kochbuch zu kreieren, welches die Traditionen aller Länder widerspiegelt, klingt leichter als die tatsächliche Umsetzung. Die strittigen Diskussionspunkte waren schnell klar. Auf der einen Seite standen die Verfechter der weit entwickelten und raffinierten französischen Küche mit ihren vielen Gängen und Sinn für ausgewogene Ernährung, auf der anderen Seite waren die Vertreter der eher rustikalen polnischen und tschechischen Küche mit ihren preiswerten und einfacheren Gerichten, die auch wir Deutschen von unserer traditionellen Hausmannskost her kennen. Deutschland, wo man sich langsam auch um eine leichte und gesunde Ernährung bemüht, steht so nicht nur geographisch, sondern auch kulinarisch irgendwo in der Mitte zwischen den östlichen und westlichen Partnerländern.
Bei der lebhaften und interessanten Diskussion über die Gestaltung des Kochbuches kamen die Auffassungen und Mentalitätsunterschiede jedes Landes deutlich zum Ausdruck. (Man bekam hier einen leisen Eindruck davon, wie es wohl im Europaparlament mit 25 Mitgliedsstaaten zugehen mag!) Am Ende jedoch konnte ein Entwurf von einem gemeinsamen Jugendkochbuch entstehen. Dieses „internationale“ Kochbuch kann man als weiteren Austausch und als Annäherung der unterschiedlichen Kulturen verstehen.