Um 11:45 Uhr beginnt die Nachmittagsbetreuung in der Freien Waldorfschule Hof. Die ersten Kinder laufen in das weitläufige Gartengelände, das die Schule umgibt. Sie rodeln, rutschen, bauen Hütten oder freuen sich mit den anderen auf ein neues Bewegungsspiel oder eine Bastelarbeit. Die größeren Kinder spielen Tischtennis oder beugen sich mit Begeisterung über das Schachbrett...
Weil die Schule mehr und mehr Aufgaben übernehmen muss, die früher die Familien leisteten, hat die Freie Waldorfschule Hof die seit dem Schuljahr 2002/03 bestehende Nachmittagsbetreuung noch weiter ausgebaut. Sie bietet Schülern aller Altersklassen eine Betreuung an, in der die schulische Gemeinschaft auch noch nach Unterrichtsschluss gepflegt wird und die den Schülern einen Lebensraum bietet, in dem sie sich wohl fühlen. Geleitet wird sie von Lehrern der Freien Waldorfschule Hof und ermöglicht so eine pädagogisch sinnvolle Betätigung für die Schüler auch nach Un-terrichtsende. Der Großteil der Kinder kommt aus den Klassen 1-5.
Um 12:30 Uhr geht die erste Gruppe dann mit einer Betreuungsperson zum gemeinsamen Mittagessen in die Schulküche. Die anderen Kinder werden in der Zwischenzeit weiterhin betreut, können basteln, malen, handarbeiten, lesen und vieles mehr. Angebote werden angeleitet und wechseln fast täglich oder werden nach einem Thema fortgeführt. Wenn es zum Beispiel um die Welt der Indianer geht, basteln sich die Kinder ihren Kopfschmuck selbst, jedes Kind gibt sich einen neuen Namen „einen Indianernamen“ und schon geht es los: Alte Indianerspiele leben auf, in denen Geschicklichkeit, Aufmerksamkeit und Bewegungsfreude zum Einsatz kommen. So manches Spiel erfordert viel Konzentration und Einfühlungsvermögen. Soziales Verhalten wird groß geschrieben.
Um 13:30 Uhr, nachdem die zweite Gruppe vom Mittagstisch kommt, beginnt „eine Stunde der Ruhe“, in der unter Aufsicht Hausaufgaben erledigt werden, aber auch Handarbeiten und jahreszeitliche Bastelarbeiten. Es kann gelesen werden und die vielen Tischspiele können genutzt werden. Mit Begeisterung beteiligen sich die Kinder an Rätsel- und Ratespielen, Geduldsspielen, Würfelspielen und und und.
Nach der „stillen Stunde“ können die Kinder wieder nach draußen. Ebenso gern finden sie sich aber auch im kleinen Saal zu Wett- und Ballspielen ein. Gern verkleiden sie sich und bauen mit Tüchern und Stangen Höhlen, um sich zurückzuziehen und zu verstecken. Die Schüler beteiligen sich mit viel Spaß und Freude an dem vielfältigen Angebot. Sie fühlen sich so wohl, dass des öfteren auch freiwillig Kinder um Aufnahme bitten, die gar keine Mittagsbetreuung benötigen. Eltern nehmen diese schulische Zusatzleistung dankbar in Anspruch. Gegen 16:30 Uhr endet die Betreuung.
Die Nachmittagsbetreuung wird bestens angenommen, es werden bis zu 50 Schüler täglich betreut. Engagierte Mütter stehen dem Betreuungspersonal ehrenamtlich helfend zur Seite. So entsteht ein lebendiger sozialer Austausch von Eltern, Schülern und Lehrern.
Ergänzt wird die schulische Betreuung durch Zusatzangebote.
Eine Praktikantin der Freien Waldorfschule Hof bemerkte kürzlich: „Mir gefällt die liebevolle Beziehung zwischen Kindern, Lehrern und Müttern sehr gut. Oft setzt sich ein Betreuer mit einem Kind zusammen und spielt mit ihm. Es wird Zeit mit den Kindern verbracht, was, denke ich, für viele Kinder schon ein großes Geschenk ist.“