Die Wurzeln der Freien Waldorfschule Hof



Alles Lebendige, das wächst, braucht Wurzeln, aus denen es kraftvoll entsteht und die das Werdende durch festen Halt bewahren. Die Freie Waldorfschule Hof hat eigentlich drei Wurzeln.

Die erste ist geistiger Art: Aus den Erkenntnismethoden der Anthroposophie entwickelte sich in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts die Waldorf-Pädagogik. Eine bis heute in ihrer zutreffenden Deutlichkeit beachtenswerte Analyse der historischen und sozialen Verhältnisse durch Rudolf Steiner (1861-1925) brachte den Gedanken einer sozialen Dreigliederung der Gesellschaft hervor, in der ein von jeder Beeinflussung unabhängiges Geistesleben als das erste dieser Glieder die Kultur tragen sollte. Dazu war die Begründung der Waldorfpädagogik als ein Teilbereich des kulturellen Lebens einer der als notwendig erkannten Grundpfeiler.

Die zweite Wurzel ist mehr örtlicher Natur und gründet in den Herzen von Menschen, die nach der Eröffnung des Waldorfkindergartens in Hof immer wieder aufs Neue darum gerungen haben, dass eine dort für das kleinere Kind begonnene Vorschulpädagogik dann auch in einer Waldorfschule fortgesetzt werden könne.

Die dritte Wurzel: Sie ist die Kraft zur Verwirklichung im äußeren, materiellen Sinne, vor allem das bauliche Werden der Schule in ihren Entwicklungsschritten.


Die Waldorfschule ist keine Weltanschauungsschule

Die Waldorfschule wurde von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie, ins Leben gerufen, und viele Lehrer der Schule orientieren sich an der anthroposophischen Menschenkunde. Doch wäre es unrichtig, daraus zu folgern, hier würde den Schülern ein bestimmtes Weltbild, vielleicht ein anthroposophisches, vermittelt. Anthroposophie ist ein Schulungsweg für erwachsene Menschen und nicht für Kinder! Die Waldorfschule will zur Freiheit und zur Urteilsfähigkeit erziehen, damit jeder Schüler, einmal erwachsen geworden, seine eigene Weltanschauung, religiöse Bindung und politische Richtung finden kann.

Dementsprechend sind ehemalige Waldorfschüler auch in allen Berufen und allen politischen und weltanschaulichen Zusammenhängen anzutreffen.

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